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Entlegene Inseln

Mainz, Juni 2006, Staatstheater
Bühnenmusik zur deutschsprachigen Erstaufführung „Entlegene
Inseln“, von David Greig, am Staatstheater Mainz, 02.06.2006.
Regie: Wulf
Twiehaus, Berlin.

Der finale Song: "Alle verlassen die Insel".


Bühnenbild:
Das Stück spielte auf der Hinterbühne, hinter dem eisernen
Vorhang. Mit der Möglichkeit, den Bühnenboden räumlich
nach oben zu bewegen, fand die Inszenierung auf zwei Ebenen statt.
Die beiden Ebenen waren durch eine ausfahrbare Treppe miteinander
verbunden.

Anforderung:
„In diesem Gesamtraum suchen wir nach technischen und theaterimmanenten
Übersetzungen für Regen, Wind, Kälte, Lichtblitze
u.ä., um in dieser Übersetzung die Natur erfahrbar zu
machen. Für Wind, Regen, Vogelgekreische, Gischt bräuchten
wir Umsetzungen ins Musikalische oder Installative.“ (Wulf
Twiehaus, Regisseur)
Zur Gestaltung der Klangwelt haben wir das Bühnenumfeld (Eiserner
Vorhang, Bühnenelemente, Türen, Treppen, Gänge, etc.)
akustisch dokumentiert und im Computer auf die entsprechende Charakteristik
hin bearbeitet. Aus dem Beben des Eisernen Vorhangs entstand beispielsweise
das Geräusch der Meeresbrandung. Musikfragmente zur Darstellung
der Inselbewohner gestalteten wir aus verfremdeten Aufnahmen des
Staatsorchesters.
 
Umsetzung:
Die zwei Bühnenebenen wurden durch drei Klangebenen räumlich
erweitert. Je nach herrschender Stimmung wurden Klänge auf
Boden-, Ohr- und Überkopfebene abgespielt. Wind-, Meer- und
Vogelgeräusche waren somit mehrdimensional erlebbar. Musikalische
Klangbewegungen zwischen diesen Ebenen sorgten für eine Verbindung
der Hörebenen.
Eine besondere Herausforderung stellte die Zusammenführung
unserer Arbeitsweise und dem theaterspezifischen Wiedergabesystem
„THS“ dar. Gekoppelt an ein Mischpult zur Fernsteuerung
lassen sich über „THS“ definierte Szenen abspielen.
Für unsere Komposition mussten wir diesen Rahmen erweitern,
um zusätzliche Klangeffekte und -bewegungen zu realisieren.
Hierzu haben wir die Software „Live“ in das System per
Midi-Fernsteuerungintegriert. „THS“ steuerte parallel
die Abspielparameter der Theatertechnik und die angelegten Klang-/
Musikszenen aus „Live“.

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